Fahrradfahren in Graz ist ein Abenteuer, Allerdings nicht immer nur ein positives. Wir könnten doch versuchen, herauszufinden, wo es klemmt und was man besser machen könnte.
2016-10-15
Dooring
Dooring...
Bis vor kurzem kannte ich das Wort nicht einmal, inzwischen weiß ich sogar schon wie sich das anfühlt.
Dabei hatte ich noch ein Riesenglück und kam nur mit Abschürfungen, Prellungen, starken Blutergüssen, kaputter Kleidung und einem leicht ramponierten Rad davon. Meine grösste Sorge war im ersten Schock, ob der Laptop noch intakt war, erst zuhause und in den Monaten danach fand ich heraus, dass auch dieser glückliche Verlauf mit ziemlichen Schmerzen verbunden war.
Jetzt gibt es ein Urteil zu diesem Thema, das in der nächsten Zeit zu sehr interessanten "Diskussionen" auf der Strasse führen könnte:
In einer Gerichtsurteil wurde erklärt, dass der Abstand von 1,2 bis 1,8m zum parkenden Auto angebracht ist. Das bedeutet, dass wir trotz hupender Autos hinter uns ziemlich in der Mitte der Strasse fahren "dürfen". Das war nämlich bis zu diesem Urteil noch gar nicht geklärt, ein Radfahrer wurde wegen Missachtung des Rechtsfahrgebots angezeigt.
die Annenstrasse...
Ich habe ja schon von den unbekannten und eigenartigen Tafeln auf der Annenstrasse geschrieben. Ausnahmsweise darf man hier zwischen Strasse und Radweg wählen. Diese Inkonsequenz macht diese Strasse allerdings noch chaotischer und m.E. furchtbarer.
Nicht nur wechselt der Radweg abrupt von der Strasse auf den Gehsteig, um dann zwischen Haltestelle und Wartehäuschen durchzuführen.
Statt den Radweg konsequent (und von Beginn der Umbauarbeiten an) einzuplanen stellt man jetzt Tafeln auf, die keiner kennt und die bedeuten, dass wir den Radweg gar nicht benutzen brauchen.
So kommt es zu unnötigen Rempeleien mit den Wartenden, die Gehsteige sind für Gastgärten und damit für soziale Bereiche zu eng, und trotzdem kommt niemand voran! Die Wartenden bei den Haltestellen werden von den Fahrrädern behindert und gefährdet, die FahrradfahrerInnen geraten regelmässig in eine Menge von Leuten die hektisch über den "Radweg" laufen. Die Strassenbahnen müssen hinter den Rädern herfahren und für Autos ist überhaupt nur ein Teil befahrbar.
Unglaublich, wie man mit so langer und teurer Planung und einer so breiten Strasse nicht einmal eine Gruppe der VerkehrsteilnehmerInnen zufriedenstellen kann!
siehe auch einen Beitrag von Melanie Schober:
Und es könnte so viel besser gehen, etwa in Brüssel:
http://www.zukunft-mobilitaet.net/163099/urbane-mobilitaet/bruessel-fussgaengerzone-boulevard-anspach-umbau-anspachlaan/
Nicht nur wechselt der Radweg abrupt von der Strasse auf den Gehsteig, um dann zwischen Haltestelle und Wartehäuschen durchzuführen.
Statt den Radweg konsequent (und von Beginn der Umbauarbeiten an) einzuplanen stellt man jetzt Tafeln auf, die keiner kennt und die bedeuten, dass wir den Radweg gar nicht benutzen brauchen.
So kommt es zu unnötigen Rempeleien mit den Wartenden, die Gehsteige sind für Gastgärten und damit für soziale Bereiche zu eng, und trotzdem kommt niemand voran! Die Wartenden bei den Haltestellen werden von den Fahrrädern behindert und gefährdet, die FahrradfahrerInnen geraten regelmässig in eine Menge von Leuten die hektisch über den "Radweg" laufen. Die Strassenbahnen müssen hinter den Rädern herfahren und für Autos ist überhaupt nur ein Teil befahrbar.
Unglaublich, wie man mit so langer und teurer Planung und einer so breiten Strasse nicht einmal eine Gruppe der VerkehrsteilnehmerInnen zufriedenstellen kann!
siehe auch einen Beitrag von Melanie Schober:
Und es könnte so viel besser gehen, etwa in Brüssel:
http://www.zukunft-mobilitaet.net/163099/urbane-mobilitaet/bruessel-fussgaengerzone-boulevard-anspach-umbau-anspachlaan/
Benutzungspflicht für Radwege
Aha. Es gibt also solche Radwege und solche. Woher soll ich das denn wissen?Seit 2013 gibt es "Spezialradwege", die mit quadratischen statt runden Tafeln markiert sind. Diese Radwege soll man, muss man aber nicht benutzen. Es gibt zwar fast noch keine, aber speziell in Graz finden wir sie in der Annenstrasse.
hier eine Broschüre vom Blog der ARGUS:
http://graz.radln.net/cms/dokumente/10982326_33015258/78201e13/STVO-Ratgeber-2014-1002-2-klein.pdf
siehe auch: Holpriger Auftritt der neuen Annenstraße (2013) Neugestaltung Annenstraße / Ziele und Leitstrategien
Na dann, starten wir los!
In die Pedale Freunde und Freundinnen und alle anderen, die diesen Blog lesen.Wen es auf diese Seite verschlägt, der oder die will möglicherweise wissen, wozu ich hier etwas poste.
Es ist so:
Nachdem ich seit vielen Jahren fast jeden Tag in der Früh mit dem Rad quer durch Graz in die Arbeit und am Nachmittag wieder heimwärts radle, beschäftigen mich beim Fahren immer wieder so grundlegende Fragen wie: Warum fahren nicht alle mit dem Rad? Muss dieser Kampf zwischen RadfahrerInnen, FußgängerInnen und AutofahrerInnen wirklich sein? Gibt es keine bessere Lösungen für Radwege? Warum vergessen auf bestimmten Kreuzungen alle Beteiligten die grundlegendsten Verkehrsregeln? ...
Diese Liste könnte ich jetzt ewig weiterführen. Und ich bin mir sicher, ich bin da nicht der Einzige, der sich Gedanken macht. Das also ist die Ausgangslage und darauf aufbauend habe ich mir überlegt, was ich außer ärgern und wundern noch so an Möglichkeiten habe. Und in Zeiten von Blogs, social media und Mobiltelefonen haben wir so viele Sprachrohre, dass das Schwierige nicht mehr die Technik ist, sondern die Entscheidung und Ideen, wie man in diesem Dschungel die Leute findet und einbezieht.
So. das sind meine Gedanken für den Anfang. Mal sehen, ob ich mit diesem Medium das erreiche, Vielleicht erreiche ich ja dich.
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